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Gefangen im Frame?
Update: Vergessene Instinkte (3) - 26.08.2025

Nahrung als Instinkt

Nahrung war ursprünglich nicht nur Überleben, sondern auch ein Leitfaden für den Körper: was tut mir gut, was stärkt mich, was vermeide ich? Heute wird Essen oft zum reinen Konsum, zur Befriedigung von Lust oder Gewohnheit. Zucker, Fett, künstliche Produkte – der Instinkt wird überlagert. Der Körper weiß noch, was er braucht, doch der Mensch hört nicht mehr hin.

Früher bedeutete Essen Achtsamkeit: ein Bissen, der Energie spendet; ein Vorrat, der Sicherheit schafft. Heute essen Menschen zu viel, zu schnell, oft ohne Bewusstsein. Der Selbsterhalt, der den Instinkt steuern sollte, wird ignoriert. Krankheiten, Übergewicht und ein gestörter Stoffwechsel sind die Folgen. Der Instinkt ist nicht verloren, er wird nur nicht mehr beachtet.

Sexualtrieb als Bindeglied

Der Sexualtrieb ist nicht nur Fortpflanzung, sondern Ausdruck von Verbindung, Intimität und Lebenserhaltung. Im modernen Kontext wird er oft isoliert: Pornografie, Konsumdenken, oberflächliche Begegnungen. Der Instinkt wird verführt, aber nicht erfüllt. Die natürliche Funktion – Beziehung, Bindung, emotionale Verbindung – gerät aus dem Blick.

Ein gesunder Sexualtrieb lehrt den Menschen Achtsamkeit, Respekt und Bindung. Werden diese Signale missachtet oder verdrängt, entstehen Einsamkeit, Frust und ein Gefühl innerer Leere. Der Instinkt bleibt da, aber seine Botschaft wird überhört, die Energie verpufft.

Gemeinschaft als Kerninstinkt

Menschen sind soziale Wesen. Gemeinschaft, Zusammenhalt und Kooperation waren überlebenswichtig. Doch moderne Isolation, Individualismus und digitale Ablenkungen trennen uns von diesem Instinkt. Wir fühlen uns einsam, obwohl wir von Natur aus Nähe, Austausch und gegenseitige Unterstützung suchen.

In der Natur zeigt jedes Tier, wie wichtig Zusammenhalt ist: ein Rudel, das sich schützt, ein Schwarm, der gemeinsam Nahrung findet. Der Mensch aber substituiert soziale Bindung oft durch Status, Likes oder flüchtige Kontakte. Der Instinkt bleibt wirksam, aber sein Ziel – echte Nähe – wird verfehlt.

Die verlorene Balance

Wenn Nahrung, Sexualtrieb und Gemeinschaft nicht mehr bewusst gelebt werden, verliert der Mensch die Balance. Körper und Seele senden Signale, doch sie werden ignoriert oder fehlgedeutet. Die Grundinstinkte sind noch vorhanden, ihre Kraft bleibt spürbar, aber ihre Richtung ist verschoben.

Wer beginnt, achtsam zuzuhören, kann die alten Instinkte wieder entdecken: bewusst essen, echte Bindungen eingehen, Nähe suchen. Die Natur liefert weiterhin die Hinweise; der Mensch muss nur wieder lernen, ihnen zu vertrauen. Die verlorenen Instinkte sind nicht weg – sie warten darauf, zurückgeholt zu werden.

Ende der Reihe

Hinweis: Mit der bewussten Rückkehr zu den Instinkten beginnt der Mensch, wieder im Einklang mit seiner Natur zu handeln.